Pfingstlager 2003
50 Jahre Brexbachtal - 50 Jahre internationale Pfadfinderbegegnung
Das Pfadfinderlager Brexbachtal, vielen
Pfadfindern als Ort nationaler und internationaler Begegnung
bekannt, feiert in diesem Jahr das 50-jährige Bestehen
seines Trägervereins Fördererwerk St. Georg e.V..
Deshalb waren die 1200 Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die
mit ihren Stämmen im Brexbachtal lagerten, der Einladung
zur Jubiläumsveranstaltung an Pfingsten gefolgt.
Mit der Organisation dieses Pfingstlagers
war neben dem Fördererwerk St. Georg vor allen Dingen
der zu seiner Unterstützung gegründete "Freundesbund
Brexbachtal e.V." betraut. In monatelanger Arbeit wurde
das Pfadfinderlager für die in diesem Jahr besonders
große Anzahl der Besucher vorbereitet und die Gestaltung
der gemeinsamen Aktivitäten organisiert.
Der Freundesbund besteht mehrheitlich aus
ehemaligen Aktiven in der Jugendarbeit aus den umliegenden
Ortschaften Heimbach Weis und Gladbach, die durch ihre eigene
Jugend im Brexbachtal eine enge Verbundenheit mit diesem Ort
haben und sich für den Fortbestand des Lagers als Begegnungsstätte
engagieren wollen.Denn nach dem Tod des Mitbegründers
Hans Brog, der zu Lebzeiten mit unvergleichlichem Engagement
Lager organisiert, betreut und den Erhalt und Ausbau des Lagerplatzes
gefördert hat, wurde klar, dass zur Bewältigung
der anstehenden Aufgaben viele Helfer notwendig sein würden.
Mittlerweile haben sich im Freundesbund
Brexbachtal zahlreiche Interessierte zusammengefunden, die
neben der zu bewältigenden Arbeit an Pfingsten auch ein
wunderschönes gemeinsames Lager erlebten mit ca. 40 Erwachsenen
und 20 (eigenen) Kindern.
Bereits am Mittwoch vor Pfingsten reisten
die fleißigsten Helfer einzelner Gruppen an, um mit
dem Aufbau des Lagers zu beginnen. Die Anreise der Gruppen
und Stämme erstreckte sich über den ganzen Freitag.
Wir hatten zur Unterstützung extra einen Materialtransport
eingerichtet, damit die Jugendlichen Ihr Gepäck und das
schwere Zeltmaterial nicht durch das 3 km lange Tal tragen
mussten. Für den Aufbau der Kohten und Jurten oder Lagerbauten
wurden im Lager Bauholzstangen in verschiedenen Längen
zur Verfügung gestellt. Nachdem abends alle Gruppen angereist
waren und ihren Zeltplatz zugeteilt bekommen hatten, konnten
wir uns dann ans Lagerfeuer setzen und den Tag gemütlich
ausklingen lassen.
Mit den Vorbereitungen des Pfingstlagers
hatten wir bereits vor einigen Monaten begonnen. Das Lager
sollte in einer Gemeinschaft mit allen teilnehmenden Pfadfindern
des Brexbachtals stattfinden. Die Gruppen wurden im Vorfeld
eingeladen, sich an der Gestaltung des Lagers zu beteiligen.
So wurde z.B. vom Stamm VCP Wuppertal ein Liederheft für
den großen Lagerabend entworfen und die Stämme
der DPSG Gladbach und Leutesdorf halfen uns beim Personentransport
der Gäste für die Feier an Pfingstsonntag.
Den Samstag verbrachten die einzelnen Pfadfinderstämme
mit den restlichen Lagerbauten, Stafetten und Lagerolympiaden.
Andere nutzten den Tag, um das wunderschöne Brexbachtal
und die Teilnehmer am Pfingstlager kennen zu lernen. Auch
das nun seit fast einem Jahr fertiggestellte Duschhaus wurde
bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen
reichlich aufgesucht, was allerdings fast zu einem Trinkwassernotstand
geführt hat, da die eigenen Wasserversorgung im Brexbachtal
nur über begrenzte Kapazitäten verfügt.
Um 12:00 Uhr wurde die Pfadfinderausstellung
im Baden-Powell-Haus durch Stefan Brog (2.Vorsitzender des
Fördererwerks und Vositzender des Freundesbundes) eröffnet.
In Bild- und Textdokumenten wurden 90 Jahre Pfadfindergeschichte
in Deutschland und die Geschichte des Brexbachtals dokumentiert.
Stefan, der seit Jahren Material zur Pfadfindergeschichte
und natürlich zur Geschichte des Brexbachtals sammelt,
hat in Zusammenarbeit mit Ernst Werner Ludwig, Klaus Halke
und Wolfgang Stoverock von der "Vereinigung Deutsches
Pfadfindermuseum e.V." diese Ausstellung vorbereitet
und aufgebaut. Die Besucher konnten sich eine Vorstellung
davon machen, wie schon vor mehreren Jahrzehnten die Stämme
ihre Lager im Brexbachtal gestalteten. Die Ausstellung, die
unter den Lagerteilnehmern und Besuchern ein große Resonanz
fand, soll der Beginn einer ständigen Pfadfinderausstellung
im oder in der Nähe des Brexbachtals sein.
Im Jahre 1953 hatte sich das gegründete
Fördererwerk St. Georg und sein Mitbegründer und
langjähriger Vorsitzender Hans Brog zur Aufgabe gemacht,
Mittel und Einrichtung zur Förderung von Erziehungs-
und Bildungsaufgaben der DPSG zu beschaffen und zu verwalten.
Noch im selben Jahr begannen sie deshalb mit dem Ankauf der
ersten Grundstücke im Brexbachtal, um einen Ort zu schaffen,
der Treffpunkt für Verbände und Jugendliche aller
Nationen und Konfessionen sein sollte.
Heute ist das Pfadfinderlager Brexbachtal
auf einer Länge von 3 km mit 125.000 m² einer der
größten pfadfindereigenen Zeltplätze in Europa.
In den vergangenen 50 Jahren haben dort neben den nationalen
Lagern auch viele internationale Lager stattgefunden und Pfadfinder
und Pfadfinderinnen aus der ganzen Welt zusammengeführt.
Die daraus entstandenen Freundschaften zwischen den Stämmen
verschiedener Städte und Länder über viele
Jahre hinweg haben auch zu einer engen Verbundenheit mit der
Begegnungsstätte Brexbachtal geführt.
Für uns und die umliegenden Pfadfinderstämme
ist die "Brex" zu einer Art zweiten Heimat geworden,
in der wir schon als Kinder Gemeinschaft erleben und die Natur
entdecken durften. Für uns war es deshalb an diesem Wochenende
schön zu erkennen, dass wir die Entstehung dieses Ortes
miterlebt haben und heute mit Bewunderung auf das schauen
können, was über 50 Jahre gewachsen ist.
Der Pfingstsonntag sollte der Höhepunkt
des diesjährigen Lagers zur 50-Jahr-Feier werden, zu
der extra ein Lagerabzeichen entworfen wurde. Die Feierlichkeiten
begannen mit einem festlichen Gottesdienst an der Lagerkapelle
zelebriert von Lagerpriester Paul Freialdenhoven unter dem
biblischen Thema " Der Geist, den ihr empfangen habt,
ist ein Feuer. Lasst es brennen". Neben den Teilnehmern
am Pfingstlager waren etwa 300 Gäste angereist. Unter
Mitgestaltung zahlreicher Pfadfinderstämme wurde während
der Messe ein Pfingstfeuer entzündet und genährt
bis zum gemeinsamen Lagerabend. Vertreter der Stämme
erzählten, wodurch ihre Gemeinschaft lebt und zusammengehalten
wird, während bei strahlendem Sonnenschein auch das Feuer
von oben kräftig brannte.
Im Anschluss an den Gottesdienst berichteten
Josef Happ, Vorsitzender des Fördererwerkes und Gründungsmitglied
Heinz Schwarz von der Entstehung und dem Ausbau des Brexbachtals,
dem Bau der Häuser und Schutzhütten, die alle in
Eigenarbeit errichtet wurden und von den vielen Hürden,
die sie beim Aufbau dieser Begegnungstätte hatten überwinden
müssen. Genau wie bereits im Gottesdienst wurde auch
in diesen Erzählungen deutlich, wie eine gemeinsame Idee
in einer Gruppe Früchte trägt und so ein Traum,
den alle gemeinsam träumen, durch die Kraft der Gemeinschaft
Wirklichkeit werden kann.
Nachdem am Pfingstsonntag zahlreiche Gäste
und Besucher gemeinschaftlich mit den Lagerteilnehmern gefeiert
hatten, wurde das Fest von einem kräftigem Gewitter unterbrochen,
so dass auch das Pfingstfeuer nicht am Leben gehalten werden
konnte.
Am großen Lagerabend, den die 30 Stämme
gemeinsam durch zahlreiche Vorträge und gemeinsame Lieder
gestalteten, wurde zuerst das Lagerfeuer neu entzündet.
Die teinehmenden Stämme führten Tänze und Liedspiele
auf und der Stamm Lubentius aus Lahnstein präsentierte
eine tolle Show mit vier Feuerspuckern. Am Lagerabend wurden
viele schöne Lieder gesungen die von allen Gitarrenspielern
der Stämme begleitet wurden. Die Lieder wurden von den
Pfingstlagerteinehmer im Vorfeld ausgewählt und von der
VCP Wuppertal in einem Liedheft zusammengestellt.
Wir bedanken uns bei allen Teilehmern und
Helfern, die beim Ablauf dieses tollen Pfingstlagers mitgewirkt
haben.
Für alle die sich weiter über
das Brexbachtal informieren wollen, sei ein Besuch auf der
Homepage www.brex.de empfohlen.
Brexbachtal, den 10. Juni 2003